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GLOSSAR

Definitionen und Informationen rund ums Beteiligungsmanagement 

 

 Private Equity

Gemeinsam mit  Wagniskapital (Venture Capital) bildet Private Equity den Oberbegriff für die außerbörsliche Eigenkapitalbeteiligung an Unternehmen mit dem Ziel, die Beteiligungen zu einem späteren Zeitpunkt gewinnbringend zu veräußern. In der internationalen Finanzwelt wird Venture Capital dabei als Teil der Beteiligungsfinanzierung durch Private Equity verstanden. Während Venture Capital vor allem zur Frühphasenfinanzierung von jungen Unternehmen (Startups) zum Einsatz kommt, steht Private Equity für die Versorgung von bereits etablierten, zumeist bereits profitabel wirtschaftenden Gesellschaften. Charakteristisch für Private-Equity-Gesellschaften ist, dass sie im Vergleich zu Wagniskapitalgebern einen höheren Anteil von Fremdkapital einbringen und in der Regel eine Mehrheitsbeteiligung anstreben. Ihre Zielgruppe sind in erster Linie Kunden aus dem Mittelstand. Darüber hinaus ist die durchschnittliche Haltedauer der Beteiligungen mit drei bis fünf Jahren deutlich kürzer als bei Venture-Capital-Investments, bei denen die Geldgeber einen wesentlich längeren Atem mitbringen müssen, bis Produkte und Technologien ihre Marktreife entfalten.

 

Beteiligungskapital

Um notwendige Investitionen durchzuführen oder eine firmeninterne Regelung zu einem neuen Eigentümer oder einer neuen Eigentümerstruktur, müssen Unternehmen in zahlreichen Fällen ihr Eigenkapital aufstocken. Die zur Verfügung gestellten Finanzmittel werden dabei als offene oder stille Beteiligungen außerhalb des organisierten Kapitalmarktes in Unternehmen eingebracht.

 

Mezzanine

In der Sprache der Finanzwelt steht Mezzanine als hybride Finanzierungsform zwischen den beiden Polen Fremd- und Eigenkapital. Mezzanine-Finanzierungen finden in Form von typisch oder atypisch stillen Beteiligungen, Genussscheinen oder Wandel-/Optionsanleihen statt. Abhängig von der Form und der Ausgestaltung werden Mezzanine-Finanzierungsinstrumente bilanziell entweder dem Eigenkapital oder dem Fremdkapital zugerechnet. Unter Mischformen versteht man dabei solche Finanzierungsinstrumente, die bilanziell in einem Eigenkapitalanteil und einem Fremdkapitalanteil ausgewiesen werden können. Die S-Partner Kapital AG beteiligt sich an ihren Portfoliounternehmen über Mezzaninekapital und über offene Beteiligungen.

Die Mezzanine-Finanzierung  hat ihren Ursprung bei der Finanzierung von Management Buyouts (MBO). Sie wird aber auch bei Wachstumskapitalfinanzierungen und zur Finanzierung von Akquisitionsstrategien eingesetzt. Grundsätzlich ist eine Mezzaninefinanzierung vor allem für Unternehmen von Interesse, die hohe Wachstumsziele verfolgen und dafür größere Mengen von Kapital benötigen. Potenzielle Geldgeber achten dabei auf wichtige Parameter im Hinblick auf die Finanzkraft der Antragsteller wie etwa eine gute Eigenkapitalrendite und hohe Ertragskraft – und natürlich auf eine starke Marktposition.

 

Offene Beteiligung

Bei einer offenen Beteiligung, die auch als echte Beteiligung bezeichnet wird, ändert sich die Eigentümerstruktur der jeweiligen Unternehmen. Ein Kapitalgeber erwirbt die Unternehmensanteile in Form einer natürlichen oder juristischen Person, eines Unternehmens oder einer Beteiligungsgesellschaft. Bei einem Unternehmen, das als GmbH geführt wird, werden Anteile am Stammkapital, bei einer Kommanditgesellschaft Anteile des Kommanditkapitals und bei einer Aktiengesellschaft Anteile des Grundkapitals erworben. Der Preis der Anteile richtet sich dabei nach dem Unternehmenswert.

Das Kapital, das als Eigenkapital in Form einer offenen oder auch direkten Beteiligung außerhalb eines organisierten Marktes in ein Unternehmen investiert wird, wird als Beteiligungskapital bezeichnet. Durch den Erwerb oder die Übernahme der Unternehmensanteile erhält der Investor sämtliche damit verbundenen Rechte und Pflichten und tritt als Gesellschafter, also Miteigentümer auf.

Die Rechte und Pflichten der Investoren werden durch einen Gesellschaftsvertrag geregelt. Er bildet die Geschäftsgrundlage und regelt das Unternehmensziel, das Investment an sich, die Rechte des Gesellschafters im Bezug auf die Geschäftsführung, die Ergebnisverteilung, die Mitbestimmung und Kontrolle sowie den Zugang zu Informationen.

Offene Beteiligungen erstrecken sich in der Regel über einen überschaubaren Zeitraum von mehreren Jahren. Wird eine offene Beteiligung beispielsweise nach Erreichen der beabsichtigen Ziele wieder aufgelöst, werden die Anteile der offenen Beteiligung an andere Investoren oder über die Börse verkauft oder durch das Unternehmen beziehungsweise den Vorbesitzer zurückgekauft.

 

Stille Beteiligung

Im Gegensatz zu den offenen Beteiligungen ändert sich bei stillen Beteiligungen in Form von Mezzaninekapital die Eigentümerstruktur nicht. Dem Beteiligungsgeber wird dabei das Recht zugesprochen, Informationen und Berichte zum operativen Geschäft zu erhalten. Darüber hinaus werden ihm Zustimmungsvorbehalte bei wichtigen strategischen Entscheidungen zugesprochen. Aber ihm steht dabei größtenteils kein wirtschaftliches Mitspracherecht und damit auch kein direkter Einfluss auf die Geschäftsführung zu.

 

Exit

Der Exit erfolgt bei Mezzaninen und stillen Beteiligungen als Rückzahlung durch das Unternehmen, ansonsten über den gemeinsamen Verkauf (Trade Sale), einen Börsengang oder bei offener Beteiligung als Rückkauf durch die Altgesellschafter.

 

Verkauf (Trade Sale)

Bei dieser Form des Ausstiegs aus einer Unternehmensbeteiligung werden die Anteile durch das Management und beteiligte Finanzierungsgesellschaften an einen strategischen oder industriellen Investor veräußert. In Einzelfällen wie etwa der Münchener Firma Annova Systems, einer Beteiligung der S-Partner Kapital AG, erwirbt das Management des Unternehmens von den anderen Investoren sämtliche ausstehenden Anteile und sichert sich damit die vollständige Kontrolle. Die Trade-Sale-Variante des Exits ist gerade bei einem ungünstigen Umfeld an den Kapitalmärkten häufig verbreitet – und mittlerweile auch häufiger verbreitet als ein Börsengang (IPO):

 

Börsengang

Im Rahmen eines Börsengangs, im Fachjargon IPO (Initial Public Offering) genannt, werden Aktien erstmals Aktien eines Unternehmens interessierten Investoren über eine Kapitalerhöhung oder Umplatzierung zum Kauf angeboten. Aus unternehmerischer Sicht bedeutet ein IPO die externe Beschaffung von Risikokapital. Als Finanzierungsinstrument dient die Anzahl der ausgegebenen Aktien. Für die Anteilseigner privater Firmen kann der Börsengang bei entsprechend positivem Kapitalmarktumfeld eine lukrative Option für den Exit darstellen. 

 

Rückkauf

Bei dieser Exit-Variante erwerben die neuen Unternehmenseigner oder Altgesellschafter die Anteile der bisherigen Miteigentümer und sichern sich damit die vollständige Kontrolle über die Gesellschaft. Um die Entscheidung für einen solchen Schritt zu treffen sollten bestimmte Unternehmensziele erreicht worden sein, die mit den bisherigen Kapitalgebern definiert worden waren. Eine solide finanzielle Situation, die das künftige operative Geschäft langfristig trägt, ist dabei Voraussetzung. Ein Beispiel aus dem Beteiligungsportfolio der S-Partner Kapiatl AG ist der Exit per Rückkauf durch das Management der Münchener Firma Annova Systems im Dezember 2011.

 

Wachstumsfinanzierung

Ob es um die Entwicklung und Vermarktung von neuen Technologien oder Produkte geht, um die Erschließung neuer Märkte oder um die internationale Expansion per Zukäufe oder Partnerschaften: Die Finanzierung von Wachstumsvorhaben kann gerade für mittelständische Firmen zu einer erheblichen Herausforderung werden. Finanzierungspartner wie die S-Partner Kapital AG stellen nach einer eingehenden Prüfung aller Fakten zu den jeweiligen Unternehmen Beteiligungskapital für Investitionen (z.B. Erweiterung, Modernisierung) oder zur Ausweitung des Umlaufvermögens zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Kunden werden die geeigneten Finanzierungsmodelle für den Ausbau der Eigenkapitalbasis entwickelt. Ob es dabei im die Entwicklung und Vermarktung von neuen Technologien oder Produkt geht, um die Erschließung neuer Märkte oder um die internationale Expansion.

 

Unternehmensnachfolge

Die Regelung der Nachfolge gehört zu den schwierigsten unternehmerischen Entscheidungen. Familienunternehmen bilden in Deutschland das Rückgrat des Mittelstandes. Sie umfassen nahezu 95 Prozent aller Firmen. Die Klärung der Nachfolge steht in zahlreichen Unternehmen an, wobei lediglich 43 Prozent der Nachfolge innerhalb der Familiengeneration geregelt wird. Gibt es auf der Eigentümerseite keinen geeigneten Nachfolger, müssen andere Möglichkeiten erwogen werden. Oft schließt sich aber ein Verkauf an einen Wettbewerber aus, denn der Wunsch vieler mittelständischer Firmenchefs ist es, dass das Unternehmen unabhängig bleibt. Zudem spielen der gute Ruf, die regionale Verankerung und der Erhalt der Arbeitsplätze eine große Rolle. Gleichzeitig soll ein attraktiver Verkaufspreis erzielt werden. Die S-Partner Kapital AG bietet hier auf den Mittelstand zugeschnittene Lösungen an.

 

Management-Buy-Out (MBO)

Zunehmend entscheiden sich Mittelständler zu familienunabhängigen Nachfolgeregelungen, durch ein so genanntes Management-Buy-Out (MBO) oder Management-Buy-In (MBI). Beim MBO handelt es sich um eine Firmenübernahme durch Manager aus dem Unternehmen. Oft werden im Fall von Unternehmensnachfolgen interne Lösungen kombiniert mit Management-Buy-Ins (MBI). Bewährte Führungskräfte erwerben dann Unternehmensanteile; gegebenenfalls werden externe Manager für Fachaufgaben auf Führungsebene hinzugewonnen. Untersuchungen haben gezeigt, dass per Buy-Out geführte Unternehmen wesentlich erfolgreicher am Markt agieren als Unternehmen, die von einem von außen geholten Unternehmer geleitet werden. Außer bei kleineren Unternehmen werden diese Transaktionen in der Regel von Finanzinvestoren wie der S-Partner Kapital AG mitbegleitet.

 

Management-Buy-In (MBI)

Der Begriff Management-Buy-In (MBI) beschreibt die Übernahme eines Unternehmens durch externes Management. Anzutreffen ist in der Praxis auch die Kombination mit Management-Buy-Out (MBO). Außer bei kleineren Unternehmen werden diese Transaktionen in der Regel von Finanzinvestoren wie der S-Partner Kapital AG mitbegleitet.

 

Spin-Off

Die Ausgliederung einzelner Geschäftsbereiche eines Unternehmens erfolgt in der Regel als Gründung einer eigenständigen Gesellschaft durch Mitarbeiter des ursprünglichen Unternehmens. Häufig bleibt das Spin-Off mit der Muttergesellschaft inhaltlich und wirtschaftlich eng verbunden. Spin-Offs ermöglichen es einem Unternehmen, sich durch die Umwandlung eines Unternehmensteils in eine Beteiligung kurzfristig Kapital zu beschaffen – oder diese Beteiligung bei einem späteren Börsengang der Tochter gewinnbringend zu veräußern oder als Akquisitionswährung einzusetzen.